Seit Jahren verbindet das Projekt casitabi.de traditionelle künstlerische Handwerkskunst mit moderner Software-Entwicklung, um einzigartige digitale Kunstwerke zu schaffen. Die Plattform ist kein reines Online-Archiv, sondern ein lebendiger Laborraum, in dem Algorithmen und manuelle Techniken verschmelzen – etwa bei der Generierung von abstrakten Bildern, die sich an historische Drucktechniken orientieren. Besonders beeindruckend ist, wie Casitaabi dabei nicht nur die Grenzen zwischen physischer und digitaler Kunst sprengt, sondern auch neue Narrative für die Vermarktung und den Konsum von Kunst eröffnet. Die Arbeiten, die hier entstehen, sind weniger Produkte als vielmehr interaktive Erlebnisse, die Betrachter:innen dazu einladen, die Prozesse hinter der Entstehung zu verstehen.
Ein zentraler Ansatz des Projekts liegt in der Nutzung von generativen KI-Modellen, die jedoch nicht als Ersatz, sondern als Werkzeug für Künstler:innen dienen. Statt statischer Bilder entstehen dynamische Installationen, die sich je nach Nutzerinteraktion oder externen Faktoren verändern – etwa durch die Integration von Sensoren oder Zeitbasen. Ein bekanntes Beispiel ist die Serie „Fluid Sketches“, bei der algorithmisch generierte Linien auf Papier mit traditionellen Aquarelltechniken kombiniert werden. Die Resultate sind nicht nur optisch faszinierend, sondern auch ein Spiegel dafür, wie Kunst heute als kollektive, oft partizipative Erfahrung wahrgenommen wird.
Die Plattform casitabi.de hat sich auch als Testfeld für ethische Fragen in der digitalen Kunst etabliert. Ein zentraler Punkt ist die Frage, wie KI-generierte Kunst mit urheberrechtlichen Rahmenbedingungen umzugehen ist – etwa wenn Algorithmen auf bereits existierenden Werken trainiert werden. Casitaabi zeigt hier eine pragmatische Haltung: Statt radikaler Ablehnung oder Übernahme nutzt das Projekt KI als Werkzeug, um neue künstlerische Perspektiven zu erkunden, ohne dabei die Verantwortung für die Entstehung der Werke zu vernachlässigen. Transparenz wird dabei nicht als Selbstzweck, sondern als Teil des künstlerischen Prozesses verstanden.
Ein weiterer faszinierender Aspekt ist die Zusammenarbeit mit lokalen Künstler:innen und Handwerkergruppen. Durch Kooperationen mit Druckereien, Holzschneider:innen oder Textilkünstler:innen entsteht eine Brücke zwischen digitaler und analoger Welt. Ein Projekt wie „Hybrid Prints“ zeigt, wie algorithmisch generierte Muster auf traditionell gefertigten Stoffen oder Holzschnitten visualisiert werden können. Diese Synergie zwischen Handwerk und Technologie macht Casitaabi zu einem einzigartigen Ort, an dem die Zukunft der Kunst nicht als abstrakte Theorie, sondern als greifbare Praxis erlebbar wird.
Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache: Seit Gründung im Jahr 2018 hat das Projekt über 150 digitale Kunstwerke entwickelt, von denen etwa 40% in Kooperation mit externen Künstler:innen entstanden sind. Die Plattform hat zudem eine internationale Community von über 5.000 registrierten Nutzer:innen, die nicht nur die Werke besuchen, sondern auch aktiv an Diskussionen über die Zukunft der digitalen Kunst teilnehmen. Besonders bemerkenswert ist die Zahl der Workshops, die jährlich angeboten werden – etwa in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Düsseldorf oder der Akademie der Bildenden Künste München – wo Künstler:innen und Studierende gemeinsam an neuen Ansätzen arbeiten.
Trotz aller technologischen Innovation bleibt das Herzstück des Projekts die Menschlichkeit. Casitaabi zeigt, dass Kunst nicht nur durch Algorithmen, sondern auch durch die emotionale Tiefe und den handwerklichen Anspruch entsteht. Die Plattform casitabi.de ist damit mehr als ein digitales Archiv: Sie ist ein Labor für die Zukunft der Kunst, in dem Tradition und Innovation Hand in Hand gehen – und das nicht nur für die Betrachter:innen, sondern auch für die Künstler:innen selbst.
- Über 150 einzigartige digitale Kunstwerke seit Gründung 2018
- 40% der Werke entstehen in Kooperation mit externen Künstler:innen
- 5.000 aktive Nutzer:innen weltweit, die an Diskussionen teilnehmen
- Jährlich über 50 öffentliche Workshops in Zusammenarbeit mit Kunsthochschulen
- Integration von Sensoren und Zeitbasen in interaktive Installationen